Am ehesten lässt sich unser Spielstil wohl noch als „cinematisch“ beschreiben – LARP macht uns Spaß, wenn es wie ein guter Film ist. Das ist ein hochtrabendes Wort dafür, dass wir es mit der Nähe zur Realität und den Ansprüchen an historische Vorlagen nicht so wirklich dringlich haben, aber trotzdem versuchen, unseren Hintergrund und unser Spiel möglichst in sich schlüssig und nachvollziehbar zu halten. Die Nachvollziehbarkeit und innere Logik unseres Hintergrundes und auch der Geschehnisse auf unseren Cons ist uns sehr wichtig.
Das klingt recht ernst, ist es aber nicht. Wie wohl die meisten machen wir LARP zum Spaß. Das heißt, wir wollen uns amüsieren, tolle Stimmung haben und viel lachen. Für alles aber gibt es einen Moment, und auch das ist wie im Kino: An dramatischen oder tragischen Stellen stört Albernheit, in wirklich witzigen Momenten stört die Grabesmine. Ein Gespür für den richtigen Moment braucht man schon.
Kurz und grob zusammengefasst: Wir wollen Szenen schaffen, an die man sich gern erinnert. Schlachten wie in Königreich der Himmel, Abenteuer wie bei Indiana Jones, Leben wie in Band of Brothers, sterben wie in Braveheart.
Das versuchen wir natürlich auch als Spieler auf anderen Cons. Gar nicht mögen wir daher alles, was dagegen arbeitet:
- sogenanntes „effektives“ Spiel, das auf schnelles Erledigen eines Gegners - nicht nur im Kampf - hinzielt (eine gut gespielte Feindschaft kann so viel Spaß machen)
- dumme düstere Meuchler, die außer kewlen Rachemorden kein Spiel kennen
- auf Schienen verlaufenden Weltuntergangs-Drehbuchplot, der nur die eine Lösung zulässt, die der SL selbst eingefallen ist
- Gegner ohne Motivation und ohne jeden herausfindbaren Hintergrund
- agieren, weil „man halt Held ist“ oder „weil das halt so ist“
- gleichzeitig ewiges Feindversteher-Herumdiskutiere angesichts einer akuten Bedrohung – wer fragt sich ernsthaft, ob nun der blutdürstende Ork vor dem Lager vielleicht nur eine schwere Kindheit hatte?
Die Grundregel in der Art Fantasy, die wir mögen, ist: Follow your own rules. Bediene dich des Fantastischen, aber benutze es nicht als Ausrede, wenn dir kein Grund für dein Tun einfällt oder du zu faul bist, nachzudenken.
